GEGESSEN, GETESTET

EINE RESTAURANT BEWERTUNG – PAULY SAAL – BERLIN

4. Mai 2015

..etwas ungewöhnlich, dass ich an einem Montag poste, aber ich hatte am Wochenende etwas Zeit gesammelte Werke zu bearbeiten.

Vor drei Wochen samstags durfte ich vor 600 Menschen einen kleinen Vortrag zum Thema gesunde Ernährung und Food Trends in unser Hauptstadt halten.

Eigentlich war dieses Wochenende mit Nichtstun, ein bisschen Nichtstun und zwischendurch mit Nichtstun total verplant. Aber manchmal kommt es eben anders als man denkt.

Also auf nach Berlin und wenn man schon mal da ist, kann man sich ja auch mal opfern für den einen oder anderen kulinarischen Test. Damit Ihr es nur wisst, das tue ich Alles NUR für diesen Blog, das möchte ich hier nur am Rande mal erwähnen!!! 😉

Also mal geschaut, was es in Berlin so Neues gibt am Gastrohimmel. Witziger Weise tut sich in Berlin immer irgendetwas, das kann man in Hamburg nicht wirklich behaupten. Dafür gibt es die Restaurants in Hamburg dann aber auch länger 😉

Nach  der einen oder anderen Absage von Restaurants meine Wahl, die scheinen Alle tatsächlich nicht auf mich gewartet zu haben, dann ein Treffer das Restaurant Pauly Saal.

Ich habe, nach einem wirklich witzigen Telefonat mit einer jungen Dame, einen Tisch um 19.00 Uhr bekommen können und auch nur deshalb, weil kurz zuvor Jemand seinen Tisch abgesagt hatte.

Eines möchte ich kurz vorweg nehmen, dieser Jemand hat wirklich was verpasst.

Also ins kleine Schwarze geschmissen und los ging‘s, ab ins Taxi. In Berlin in ein Taxi zu steigen ist ja an sich fast immer ein Erlebnis für sich, so auch dieses Mal.

„Pauly Saal kenn ick nisch, is mer seit 44 Jahren  noch nisch unterjekommen. Sind se sisch da sicher dat se da richtisch sind?“ Waren wir und nach 10 Minuten und einem Vortrag in welche Bar man zu späterer Stunde gehen könnte, kamen wir an. Kein Schild, kein Schriftzug deutete an, was sich da hinter der unscheinbaren Fassade in der Auguststrasse 11-13 verbirgt.

Angekommen und empfangen von einem jungen Herrn, der sich später als der Sommelier des Hauses herausstellte, ein wirkliches Schätzchen der Gute. Da hat sich ein Österreicher, doch sonst bekannt als freundliche und herzliche Gastgeber, sehr schnell von der sprichwörtlichen Berliner Unfreundlichkeit einnehmen lassen. Kein Lächeln, kein Plausch über den ganzen Abend. Ich dachte immer eine gewisse Grundfreundlichkeit könnte man in der Gastronomie, insbesondere mit einem Stern, erwarten – denkste –. Die Weinauswahl und auch seine Empfehlungen zu den Gängen waren bis auf mein zweites Glas Rotwein, da hatte er sein Pulver bereits im Hauptgang verschossen und konnte nicht mehr steigern, tadellos.

Dann aber ging die Sonne auf. Die junge Dame, die uns den Abend hinweg begleitet hat, war wirklich ein Sonnenschein und hat uns sehr kompetent und freundlich und immer mit einem Lächeln auf den Lippen, hervorragend umsorgt.

An diesem Abend bekamen wir aber noch zusätzlich Erlebnisgastronomie at it’s best geboten.

Nachdem wir unsere Vorspeise – Brandenburger Gabelbissen – genossen haben mit wirklich leckeren Sachen wie: Topinamburchip mit Lachstatar, Krokette vom Wildschwein süß/sauer, Kalbsterrine mit Preisselbeeren und noch vieles mehr, ging plötzlich das Licht aus – und das nicht etwa weil wir die Lampen anhatten. Die ganze Straße war ohne Licht und hier zeigte sich für mich die Leistungsfähigkeit des Pauly Saal Teams. Es brach keine Hektik aus, keine Panik. Wir bekamen Kerzen auf den Tisch gestellt und kurz danach sogar unseren 2. Gang-  Hut ab meine Damen und Herren.

Tja wir hatten also schon etwas im Magen, was die Gäste, die nach uns gekommen waren nicht behaupten konnten (he, he).

Der Rest des Abends verlief sehr angenehm, ruhig und mit Essen, Trinken und Service auf sehr hohem Niveau. Besonders gefallen hat mir, dass alles sehr unaufgeregt und ohne Schnörkel präsentiert wurde und ich nie das Gefühl hatte – hier steht der Koch im Vordergrund- hier ging es um das, was auf den Teller kam und das war, durch die Bank weg einfach nur lecker!

Hier noch die weiteren Gänge an diesem Abend, leider nicht alle bebildert und die Bilder auch nur mit dem Handy gemacht.

Geräucherter Ostseelachs mit Salat und Sorbet von Roter Bete

Rücken und gebackenes Bries vom Müritz Lamm

Kross gebratener Zander mit Lauchgemüse und Sauce Bernaise

Mein Fazit, wenn Ihr in Berlin seid und auf regionale Küche auf Sterne Niveau steht, sollte Ihr den Pauly Saal absolut nicht verpassen!

Noch keine Kommentare

Bitte hier kommentieren


*

You Might Also Like