GEGESSEN, GETESTET

IBIZA 2015 – ALLE MANN AN BORD

7. Oktober 2015

IBIZA 2015 – ALLE MANN AN BORD

…nimm mich mit Kapitän auf die Reise, ging mir morgens als Lied durch den Kopf. Wir hatten an diesem Tag ein Motorboot gebucht und machten uns auf den Weg zu großen Abenteuern und Entdeckungen. Nun muss man sagen, dass keiner von uns jemals ein Boot gefahren hat (außer Tret- und Ruderbooten) und insofern wurde es tatsächlich abenteuerlich.

…also ab zum Verleiher, die Bootssache mal kurz erklären lassen – kein Problem für einen alten Seebären wir mich – und wir konnten auslaufen. Kaptein Weber alles im Blick, alles im Griff zumindest noch im Hafenbereich habe ich meine Macht als Kapitän gespürt und war mit der Mannschaft guter Dinge. Mit voller Kraft voraus (was nicht sooooo viel war, gefühlt hätten wir auch nebenher schwimmen können) ging es auf unsere große Reise.

Nun wollte es die Natur so, dass an diesem Tag ein Lüftchen ging, also ich wollte sagen ein Orkan, der an diesem Tag Ibiza, die Bucht um Port es Torent oder zumindest die zwei Meter um uns herum heimsuchte. Meeeeterhohe Wellen galt  es zu bezwingen und angekommen an unserem Etappenziel, einem wirklich schönen Strand, haben wir leider die Schwimmerzone übersehen, die Bojen eingerissen, den Motor abgewürgt, waren unfähig den Anker zu werfen, wurden von der Strandwacht mit Trillerpfeife ausgepfiffen und hatten die volle Aufmerksamkeit aller am Strand liegenden Touristen. Wir haben uns dann spontan entschlossen doch einen anderen Strand zu nehmen, um Fotos und Autogrammkarten Wünschen aus dem Weg zu gehen.

Also wieder zurück aufs Meer, den weiten Ozean. Waren die Wellen auf der Hinfahrt meeeeeterhoch, hatten wir es nun mit haushohen Wellen zu tun und wir mit unserer Nussschale mittendrin. Meine Frau hatte ich als Gallionsfigur nach vorne geparkt und dachte das wäre eine gute Idee gewesen. War es auch, wäre nicht der eine oder andere Tropfen Meerwasser gewesen, der die Laune meiner Frau kippen und das Boot von innen voller werden ließ.

Alles in allem haben wir dann doch noch einen wirklich schönen Liegeplatz für uns gefunden, haben uns mit einem Fläschchen Wein und einem Fläschchen Sekt die restlichen Stunden getröstet (das Fass Rum, wie es sich für ordentliche Seeleute gehört hätte, wurde in der Eile vergessen) und hatten einen atemberaubenden Sonnenuntergang auf dem Wasser und ich alter Romantiker bin in den letzten Sekunden, der untergehenden Sonnen entgegen gefahren, bis sie im blutrot am Horizont im Meer versank.

Was das mit einem Foodblog zu tun hat? Wenn Ihr wollt erzähle ich Euch die Geschichte gerne!?

Nachdem wir angelegt hatten und unser Ladung gelöscht war, inkl. meiner komplett eingenässten Kameraausrüstung, bekamen wir einen Tipp vom Bootsverleiher (danke Carlos). Wir haben uns sehr nett mit ihm unterhalten und am Ende sprang der Tipp heraus ein Restaurant in Cala de San Vincente zu besuchen. Laut Carlos sollte es dort den besten Arroz Negro geben (schwarzen Reis mit Meeresfrüchten. Da wir ohnehin an diesen Strand wollten, haben wir uns das Restaurant Can Gat natürlich nicht entgehen lassen.

Nach einem laaaangen Strandtag mit einigen Kaffees und dem einen oder anderen Gläschen Wein, jaaa, ja Urlaub kann echt anstrengend sein, liefen wir also ins Can Gat ein.

Wir waren wohl recht früh, aber für Deutsche im Urlaub eben pünktlich um 19.30 Uhr zur zweiten Belegung ;). Ein wirklich hübsches Restaurant direkt am Strand, nur eine Strandbreite vom Meer entfernt. Eine sehr freundliche, junge Dame begleitete uns zum Tisch. Scheinbar der letzte freie an diesem Abend, zumindest laut der Reserviertschilder auf den Nachbartischen.

Einen Blick in die Karte geworfen, um unsere Vorspeisen auszusuchen, der Hauptgang stand ja mit Arroz Negro bereits fest. Eine wirklich nette Speisenkarte, wir entschieden uns für Calamari und Pimentos del Padron. Beides sehr lecker und auch heiß. Die Calamari waren butterweich, die Pimentos aber etwas fettig, dennoch lecker.

Nebenan wurde der Gueridon (habe ich in der Ausbildung zu Hauf selbst vorbereiten dürfen) also der Beistelltisch für den schwarzen Reis vorbereitet.

Bei schwarzem Reis hatten wir so recht keine genaue Vorstellung was da kommen würde. Ich fragte zur Sicherheit nochmal nach und man sagte mir, es komme eben Schwarzer Reis mit kleinen Taschenkrebsen und Muscheln – suuuuper – Volltreffer.

Dann kam ein Topf und darin – schwarzer Reis – und wie schwarz, pechschwarz und wo war der Rest? Nun der steckte im Reis und war nur zu erkennen, wenn man auf die harte Schale biss. ..auch mit den Händen, die in null Komma nichts die gleiche Farbe hatten wie der Reis konnten wir die Krustentiere nicht knacken. Dafür haben wir etwas länger gebraucht um unsere Hände wieder vorzeigbar zu machen.

Geschmacklich und fürs Foto war der Reis wirklich gut. Das nächste Mal bestellen wir aber eine Paella oder eine Languste, die es auch gab. Das kennen wir uns wissen auch damit umzugehen.

Fazit: Das Can Gat ist ein typisches, kleines Strandrestaurant mit gehobener Küche und einer schönen Weinauswahl. Sehr guter Fisch und auch Reis in jeder erdenklichen, typisch, spanische Art. Wirklich empfehlenswert.

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